Unsere Geschichte.

Mixnitz – eine Ortschaft im Murtal, eingebettet zwischen dem Hochlantsch und dem Schiffall, blickt bereits auf eine lange Geschichte zurück. Ob die sagenumwobene Drachenhöhle, die vor vielen tausenden Jahren Bären und anderen Säugetieren als Unterschlupf diente oder die Bärenschützklamm, deren Kalkwände Zeugen der 400 Millionen Jahre langen geologischen Vergangenheit sind und die 1978 zum Naturdenkmal erklärt wurde – die Vergangenheit ist auch heute in Mixnitz noch allgegenwärtig.

Heute umfasst Mixnitz, eine Katastralgemeinde der Gemeinde Pernegg an der Mur, 1471 ha und ist Ausgangspunkt für zahlreiche Wander- und Kletterrouten, die jährlich von tausenden Freizeitsportlern und Erholungssuchenden begangen werden.

Das Feuer ist seit seiner Entdeckung für die Menschen Fluch und Segen in einem und mit dem Element Wasser eng verbunden. Zahlreichen Städte wurden von großen Bränden bedroht und ganze Stadtteile in Schutt und Asche gelegt. Das Feuer ist aus vielen Bereichen unseres Alltags nicht wegzudenken, hatte aber immer auch eine zerstörerische Kraft. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass der „Wasserheilige“, der Heilige Florian seit dem 15. Jahrhundert verstärkt als Beschützer vor dem Feuer bekannt und so auch der Schutzpatron der Feuerwehr wurde.

Erste Anfänge

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die zunehmend professionalisierte Form der Brandbekämpfung. Die „Wiener Löschanstalt“, eine frühe Art von Berufsfeuerwehr mit Feuerknechten, war Vorbild für viele Feuerwehrgründungen. Insbesondere die Turnervereine trugen nach Erlass des Vereinsgesetzes 1867, wonach es erstmals möglich war, sich in Vereinen zusammenzuschließen, zum Aufbau eines organisierten Feuerlöschwesens maßgeblich bei.

Bereits um 1880 war in Mixnitz eine Organisation zur Feuerbekämpfung geschaffen. Auf der Wiese hinter dem ehemaligen E – Werk befand sich eine Hütte, in der eine kleine Handspritze und einige Eimer zur Feuerbekämpfung bereitstanden. Die Gerätschaften bei den ersten organisierten Löschverbänden waren bescheiden. So waren Löscheimer aus Leder bereits „fortschrittlich“, da sie nicht kaputt gingen, wenn sie zu Boden fielen. 1906 wurde diese Löschgemeinschaft ein Löschzug der Feuerwehr Pernegg. Die Gründungsmitglieder dieses Löschzuges waren Alois Sarkletti, Gottfried Handler, Alois Schentler, Hans Ebner, Hans Stöger, Johann Kaindl, Johann Obermaier und Micheal Hermann.

Das erste Rüsthaus

Im Jahre 1930 wurde auf Initiative des Feuerwehrhauptmannes Anton Hermann aus Pernegg und unter dem damaligen Hauptmann von Mixnitz, Franz Schlager am Dorfplatz in Mixnitz mit dem Bau eines Rüsthauses begonnen. Am 14.6.1931 wurde dieses Rüsthaus vom Bürgermeister seiner Bestimmung übergeben und konnte die Feuerwehr- und Rettungsabteilung Mixnitz vom alten Schuppen in das neue Haus am Dorfplatz übersiedeln. Bereits rund zwei Monate später, am 9.8.1931 konnte diese Löschgruppe ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen. Bei einem Wirtschaftsgebäudebrand in Traföss Nr. 39 konnte „durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr Mixnitz“ das Wohnhaus gerettet werden.

Beginn mit Einsatzdokumentation

Vor 1931 sind die Aufzeichnungen über die Einsätze und besondere Ereignisse in Mixnitz eher spärlich, jedoch gibt es insbesondere seit der Errichtung eines eigenen Gendameriepostens in Mixnitz im Jahre 1925 einige Ereignisse, die entsprechend dokumentiert wurden. Im Jahre 1901 wurde bereits die Steiganlage durch die Bärenschützklamm errichtet, 1910 die Bahn in die Breitenau erbaut. Im Jahre 1925 gab es in Mixnitz bereits ein ausgeprägtes Wirtsschaftsleben: 1 Elektrowerk an der Mündung des Bärenschützbaches, 1 Sägewerk, 3 Schmieden, 1 Wagner, 1 Sattler, 3 Schuster, 2 Schneider, 1 Tischler, 3 Gemischtwarenhändler und 13 Gasthäuser – und für den Brandschutz sorgte die Feuerwehr Mixnitz.

Nach 1931 sind mehrfach Brände, Überschwemmungen und Unfälle dokumentiert. Es können hier also nur einige größere bzw. besondere Ereignisse erwähnt werden. Ein besonderes Naturschauspiel ereignete sich am 25.1.1938. Zwischen 20.00 und 21.00 Uhr war über Mitteleuropa ein Nordlicht zu sehen, das Anlass gab, dass steiermarkweit zahlreiche Feuerwehren ausrückten.

Ebenso einmalig war sicherlich die Notlandung eines Flugzeuges der Militärfliegerschule Klagenfurt am zugefrorenen Stausee in Mautstatt auf Höhe Kaindl am 12.1.1940, wobei die Notlandung aufgrund einer 75 cm dicken Eisdecke geglückt ist.

Brände und Naturkatastrophen stellten die Feuerwehr immer wieder vor neue Herausforderungen.

1943 – 1975

Am 21.2.1943 kam es durch Funkenflug aus einer Lokomotive zu einem Waldbrand, der ca. 15 ha Wald vernichtete und von den Feuerwehren Mixnitz, Pernegg und Röthelstein unter Mithilfe Russischer und Französischer Kriegsgefangener gelöscht werden  konnte. Im Jahre 1946 brannte ein Wirtschaftsgebäude in Mautstatt 6 ab, 1949 war erneut ein großer Waldbrand von den Feuerwehren Mixnitz, Pernegg, Röthelstein, Bruck, Arndorf, Kapfenberg, Böhler, Diemlach, Frohnleiten und Wannersdorf zu bekämpfen. Die nachbarliche Hilfeleistung war bereits damals zur Bekämpfung größerer Schadensereignisse unerlässlich.

Das Hochwasser im Jahre 1958 sprengte die Möglichkeiten der Feuerwehr und musste für die mehrere Wochen dauernden Aufräumarbeiten auch das Bundesheer eingesetzt werden.

Die Eisenbahn hat nicht nur häufig Waldbrände ausgelöst, auch die Züge selbst wurden vom Feuer nicht verschont. So brannte am 25.7.1961 im Bahnhofsbereich von Mixnitz die Ladung eines Güterzugwaggons, bestehend aus 34 Tonnen Altpapier, das für die Kartonfabrik Mayr Melnhof bestimmt war. Der große Ölbrand am 12.8.1973, bei dem 420 Tonnen Öl in Flammen aufgingen, zeigte bereits damals die Grenzen des abwehrenden Brandschutzes durch die Feuerwehren auf.

Technische Hilfeleistung

Auch wenn die Feuerwehren eigentlich zur Bekämpfung des bedrohlichen Feuers gegründet wurden, wurden sie aufgrund der vorhandenen Hilfsmannschaften, ausgerüstet mit den notwendigen Gerätschaften schon früh zur Hilfe bei „technischen Einsätzen“ herangezogen. Immer wieder kam es zu Unfällen mit Fuhrwerken, bei denen Menschen und Tiere verletzt oder getötet und die Wagen zerstört wurden. So kam am 25.7.1925 ein Einspännerfuhrwerk mit Blochen beladen unter den Zug. Als die ersten Fahrzeuge die Strecke Bruck – Graz befuhren und die ersten Unfälle auftraten, entwickelte sich auch bei den Feuerwehren die Hilfe bei technischen Einsätzen.

Coprs-Zeichen

Das von der Feuerwehr verwendete Korpsabzeichen wurde 1970 entworfen. Es zeigt ein Zahnrad, das die Technik symbolisiert und ein Flammensymbol für das Feuer und es hat sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend gezeigt, wie eng die beiden Bereiche miteinander verbunden sind.

Der Entschluss vor 130 Jahren, gemeinsam gegen das Feuer anzukämpfen, war der Beginn des organisierten Feuerlöschwesens in Mixnitz und der Grundstein für die seit 1932 eigenständige Feuerwehr Mixnitz.

Gegenwart

Heute hat die Feuerwehr durchschnittlich rund 95 Einsätze jährlich zu bewältigen. Dafür stehen ein Rüstlöschfahrzeug 2000, ein LKW und ein Mannschaftstransportfahrzeug sowie ab Mai 2010 als Ersatz für unser Kleinlöschfahrzeug Puch Pinzgauer, ein Unimog 4000 zur Verfügung.

Aber das beste Gerät wäre ohne die Freiwilligen Helfer wertlos und ist diese Feuerwehr stolz auf  die 50 Mitglieder, die mit modernstem Gerät für die Hilfeleistung bei Bränden, Unfällen, Naturkatastrophen und sonstigen Gefahren für Menschen, Tiere und Umwelt rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr ehrenamtlich und unentgeltlich zur Verfügung stehen. Der Feuerwehrdienst ist ein Ehrendienst, getreu dem Motto:
„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“

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